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Alerts & Schwellenwerte

Schwellenwert

Auch genannt: Grenzwert, Threshold, Alert-Schwelle

Ein Schwellenwert ist im Monitoring die Grenze, ab der ein Alert ausgelöst wird. Überschreitet oder unterschreitet eine gemessene Größe diesen Wert, wird eine Benachrichtigung verschickt.

Wie wirken Schwellenwerte?

Ein Monitoring vergleicht gemessene Werte mit einer festen Grenze. Datadog beschreibt das als Vergleich eines Durchschnitts, Minimums, Maximums oder einer Summe über einen Zeitraum mit einem statischen Schwellenwert. Der Alert greift, wenn der Wert darüber oder darunter liegt (je nach Regel auch bei Gleichheit). Der Bewertungszeitraum ist einstellbar, bei Datadog standardmäßig 5 Minuten.

Prometheus bietet zusätzlich eine Mindestdauer. Mit dem Feld for bleibt ein Alert zunächst im Zustand pending und löst erst aus, wenn die Bedingung über die gesamte Dauer erfüllt war. Kurzzeitige Ausreißer führen so nicht zu einer Meldung.

Monitoring-Schleife: messen, vergleichen, meldenKreislauf in sechs Schritten. 1 Abruf: Seiten oder Daten erneut abrufen. 2 Vergleich mit dem letzten Stand, zum Beispiel geänderter Title oder Statuscode 404 statt 200. 3 Regel oder Schwellenwert prüfen. Ohne relevante Abweichung gibt es keinen Alert, und der nächste Abruf folgt. Bei Abweichung folgt 4 Alert an die zuständige Person, 5 Prüfung, ob die Änderung echt und gewollt ist, 6 Behebung. Danach beginnt der nächste Abruf. Schematische Darstellung aus der Praxis.keine relevante Abweichung → kein AlertAbweichungnächster Abruf1 · AbrufSeiten oder Datenerneut abrufen2 · Vergleichmit dem letzten Stand,z. B. Status 200 → 4043 · RegelSchwellenwert oderRegel greift?4 · AlertMeldung an diezuständige Person5 · Prüfungechte Änderung oderFehlalarm? Gewollt?6 · BehebungUrsache beheben,Ergebnis kontrollierenSchematische Darstellung aus der Praxis. Takt und Regeln legt jedes Team selbst fest.
Monitoring-Schleife aus der Praxis: erneut abrufen, mit dem letzten Stand vergleichen, Regel oder Schwellenwert prüfen. Nur bei einer relevanten Abweichung folgt ein Alert, danach Prüfung und Behebung. Kein Standard, Takt und Regeln legt jedes Team selbst fest. Schematische Darstellung.

Absolute und relative Schwellen

Eine absolute Schwelle nennt einen festen Wert, zum Beispiel „mehr als 50 Seiten mit Statuscode 5xx“. Eine relative Schwelle misst die Veränderung zum letzten Stand, etwa „mehr als 20 % weniger indexierbare URLs als beim letzten Crawl“. Relative Schwellen passen sich Größe und Verlauf einer Website an. Absolute Werte sind einfacher zu erklären (Einschätzung).

Beispiel

Eine Regel lautet: „Alert, wenn der Anteil der URLs mit Statuscode 5xx im letzten Crawl über 2 % liegt.“ Beim ersten Crawl sind es 0,3 %, es passiert nichts. Nach einem fehlerhaften Release sind es 4 %, die Regel löst aus und eine Meldung geht an das Team. Zahlen und Regel sind erfunden.

Normalbereich, Ausreißer, Fehlalarm (Beispieldaten, erfunden)Liniendiagramm mit erfundenen Beispieldaten über 56 Tage, als Index (100 = üblicher Werktag). Ein Erwartungsband zeigt den Normalbereich je Wochentag, an Wochenenden liegt er niedriger. Die Linie schwankt meist innerhalb des Bandes, das ist normales Rauschen. An Tag 24, einem Feiertag, fällt der Wert unter das Band. Das löst eine Meldung aus, obwohl die Ursache bekannt ist. Es handelt sich um einen Fehlalarm. Ab Tag 44 fällt der Wert deutlich und bleibt unter dem Band. Das ist ein echter Einbruch und ein berechtigter Alarm. Die untere Bandgrenze dient als Schwelle.Beispieldaten, erfundenErwartungsbandMesswertAlarmFehlalarmIndex(100 = üblicher Werktag)6080100120Tag 1Tag 14Tag 28Tag 42Tag 56untere Grenze= Schwellenormales Rauschen im BandTag 24, Feiertag: unter dem Band,Ursache bekannt → Fehlalarmab Tag 44: deutlich undanhaltend unter dem Band→ AlarmErfundene Werte zur Veranschaulichung. Band = erwarteter Wert je Wochentag ± Toleranz.Beispieldaten, erfunden.
Erfundene Beispieldaten. Ein Messwert schwankt meist innerhalb des erwarteten Bereichs. Ein Feiertag fällt aus dem Band und löst einen Fehlalarm aus, ein anhaltender Einbruch einen berechtigten Alarm. Beispiel aus der Praxis, kein Standardverfahren. Schematische Darstellung.

Häufige Fehler

  • Zu niedrige Schwellen erzeugen viele Meldungen, die irgendwann niemand mehr liest (Einschätzung).
  • Zu hohe Schwellen melden Probleme erst, wenn der Schaden groß ist.
  • Eine einzige Schwelle gilt für alle Seitentypen, obwohl Produktseiten und Blog unterschiedlich schwanken.

Quellen

  1. Metric Monitors – Datadog Docsdocs.datadoghq.com
  2. Alerting rules – Prometheus Docsprometheus.io

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