Ein CDN (Content Delivery Network) ist ein Netz verteilter Server, die Kopien von Inhalten speichern und Anfragen vom jeweils nächstgelegenen Standort beantworten. Für SEO zählt es, weil es Ladezeiten und Serverlast beeinflusst und das Crawling verändert.
Wie wirkt sich ein CDN auf SEO aus?
Ein CDN steht zwischen Origin-Server und Nutzer. Es legt Dateien wie Bilder, CSS, JavaScript oder auch HTML zwischen und liefert sie aus seinem Cache aus. Der eigene Server wird entlastet, und Nutzer in großer Entfernung zum Rechenzentrum erhalten die Inhalte schneller. Ein Nachteil ist die Abhängigkeit von einem Drittanbieter, weil bei dessen Ausfall die Website beeinträchtigt sein kann (MDN).
Laut Googles Blogbeitrag vom Dezember 2024 leitet Google aus der IP-Adresse ab, ob eine Website hinter einem CDN liegt, und erlaubt dann höhere Crawl-Raten. Die Schwelle, ab der Google drosselt, liegt höher. Beim ersten Abruf einer URL ist der CDN-Cache jedoch leer. Der Origin-Server muss jede URL mindestens einmal ausliefern. Wer viele URLs auf einmal startet, sollte deshalb mit mehreren Tagen hoher Crawl-Last rechnen.
Ob statische Dateien über einen eigenen Hostnamen wie cdn.example.com oder über den Hauptnamen hinter einem CDN laufen, unterstützt Googles Crawling nach eigener Angabe in beiden Fällen.
HTML-Seiten legt ein CDN wie Cloudflare standardmäßig nicht im Cache ab, nur statische Dateien wie Bilder, CSS und JavaScript. In einer Fallstudie von searchVIU (2019) schaltete ein Onlineshop zusätzlich das HTML-Caching ein, ausgenommen für eingeloggte Besucher und solche mit gefülltem Warenkorb. Die Seiten blieben 30 Minuten im Cache, passend zum Takt der Preisaktualisierung. Die durchschnittliche Ladezeit sank um 28 %, von 4,49 auf 3,25 Sekunden.
Wenn das CDN Googlebot blockiert
Bot-Schutz und Web Application Firewall eines CDN können Crawler aussperren. Google unterscheidet harte Blockaden (Fehlerantworten, Timeouts) und weiche (Interstitials wie Bot-Abfragen). Fehlerseiten mit Status 200 sind besonders riskant, weil Google sie als Duplikate aus dem Index nehmen kann. Für eine vorübergehende Sperre bevorzugt Google den Status 503 oder 429. Netzwerk-Timeouts führen dagegen dazu, dass betroffene URLs aus dem Index entfernt werden.
Beispiel
Ein Shop mit 100.000 Produktseiten schaltet ein CDN vor die Domain. Beim ersten Crawl werden alle URLs vom Origin ausgeliefert. Erst danach beantwortet das CDN wiederholte Abrufe aus seinem Cache.
Häufige Fehler
- Bot-Schutz sperrt Crawler. Die Web Application Firewall eines CDN kann Crawler auf eine Blockliste setzen. Dann erscheint die Website womöglich nicht mehr in den Suchergebnissen.
- Fehlermeldung mit Status 200. Google kann solche Seiten als Duplikate aus dem Index entfernen, und die Erholung dauert laut Google länger.
- Bot-Prüfseiten ohne Statuscode 503. Für Abfragen wie „Bist du ein Mensch?“ empfiehlt Google ausdrücklich den Status 503, damit Inhalte nicht automatisch aus dem Index fallen.
- Netzwerk-Timeouts des CDN. Sie führen laut Google dazu, dass betroffene URLs aus dem Index entfernt werden, und können die Crawl-Rate senken.
- Den kalten Cache übersehen. Beim ersten Abruf liefert der Origin-Server jede URL mindestens einmal aus. Die Crawl-Rate bleibt laut Google dafür einige Tage hoch.
Ob Googlebot eine Seite sieht, zeigt das gerenderte Bild im URL-Prüftool der Search Console.
Häufige Fragen
Verbessert ein CDN das Ranking? Ein CDN kann Ladezeiten verkürzen. Einen direkten Ranking-Effekt belegt die verwendete Primärquelle nicht.
Mehr dazu im searchVIU-Blog
Quellen
- Crawling December: CDNs and crawling – Google Search Central Blog, 24.12.2024developers.google.com
- CDN – MDN Web Docs Glossarydeveloper.mozilla.org
- Fallstudie: 28% Verbesserung der Seitengeschwindigkeit mit Cloudflare HTML-Caching – searchVIU-Blog (2019)searchviu.com
- Default cache behavior – Cloudflare Docsdevelopers.cloudflare.com
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