English
Rendering-Verfahren

Client-Side Rendering (CSR)

Auch genannt: CSR, clientseitiges Rendering

Client-Side Rendering (CSR) bezeichnet in der Webentwicklung das Erzeugen von HTML-Inhalten per JavaScript im Browser. Das Kürzel CSR steht in der Suche auch für anderes, hier geht es um die Rendering-Technik. Sie steht dem Server-Side Rendering (SSR) gegenüber, beide lassen sich in einer Anwendung kombinieren.

Wie funktioniert CSR?

Eine reine CSR-Anwendung liefert nur ein minimales HTML mit einem Wurzelelement und ein JavaScript-Bündel. Das Skript baut die eigentlichen Inhalte im Browser auf. Seitenwechsel laden danach oft nur noch Daten, ohne die ganze Seite neu zu holen. Single-Page-Anwendungen mit React, Vue oder Svelte sind nach MDN nicht zwingend CSR und können serverseitig rendern.

Wo das HTML entsteht: CSR, SSR, SSG und Dynamic RenderingVier Zeilen zeigen, wo der Inhalt einer Seite entsteht. Bei CSR schickt der Server eine leere HTML-Hülle, erst JavaScript im Browser baut den Inhalt. Bei SSR rendert der Server das HTML bei jeder Anfrage, Hydration macht es im Browser interaktiv. Bei SSG entsteht das HTML schon beim Build. Dynamic Rendering liefert Crawlern fertiges HTML und Nutzern die JavaScript-Version; Google nennt das einen Workaround.SERVERERSTE HTML-ANTWORTBROWSERCSRClient-SideRenderingschickt HTML-Hülleund JavaScript<div id="app">ohne InhaltJavaScript bautden InhaltSSRServer-SideRenderingrendert HTMLbei jeder AnfrageInhalt stehtim HTMLHydration machtdie Seite interaktivSSGStatic RenderingPrerenderingHTML entstehtschon beim BuildInhalt stehtim HTMLzeigt HTML sofort,Hydration möglichDynamicRenderingWorkarounderkennt Crawler,rendert nur für sieCrawler: HTMLNutzer: leere Hüllebei Nutzern bautJavaScript den InhaltSchematisch. Google rendert JavaScript in einem eigenen Schritt nach dem Crawlen.Nicht alle Bots führen JavaScript aus.
Entscheidend für Crawler ist, ob der Inhalt schon in der ersten HTML-Antwort steht. Google empfiehlt Server-Side Rendering oder Prerendering; Dynamic Rendering bezeichnet Google als Workaround, keine Dauerlösung. Quellen: web.dev: Rendering on the Web; Google Search Central: Grundlagen von JavaScript-SEO; Google Search Central: Dynamisches Rendering als Behelfslösung.

CSR und SEO

Google verarbeitet JavaScript in drei Phasen. Googlebot crawlt die URL, ein Headless Chromium rendert sie, danach folgt die Indexierung. Seiten mit dem Status 200 kommen in eine Warteschlange für das Rendering, sofern kein noindex dagegen spricht. Dateien oder Seiten, die per robots.txt gesperrt sind, rendert Google nicht. Google empfiehlt weiterhin Server-Side Rendering oder Pre-Rendering, weil nicht alle Bots JavaScript ausführen. Einige Drittquellen behaupten, Google ranke CSR-Seiten schlechter, eine solche Aussage findet sich in Googles Doku nicht.

Bei Fehlerseiten in Single-Page-Anwendungen nennt Google echte 404-Statuscodes oder noindex, damit sie nicht indexiert werden.

Rendering-Arten im Vergleich
ArtWo und wann entsteht das HTML?Inhalt schon im ausgelieferten HTML?Einordnung durch Google
Client-Side Rendering (CSR) (dieser Begriff)im Browser per JavaScript; Daten, Templates und Routing laufen auf dem Clientnein, erst nach Ausführen von JavaScriptGoogle rendert Seiten mit Status 200 in einem eigenen Schritt nach dem Crawlen und empfiehlt Server-Side- oder Pre-Rendering, weil nicht alle Bots JavaScript ausführen
Server-Side Rendering (SSR)auf dem Server, bei jeder Anfragejavon Google als Lösung empfohlen (statt Dynamic Rendering)
Static Site Generation (SSG, statisches Rendering)beim Build; meist vorab eine HTML-Datei je URLjavon Google als Lösung empfohlen (statt Dynamic Rendering)
Incremental Static Regeneration (ISR)beim Build vorgerendert; nach Ablauf der Revalidierungszeit erzeugt der Server die Seite im Hintergrund neu (Framework-Funktion, z. B. Next.js)ja, aus dem Cache; bis zur Neuerzeugung wird die ältere Version ausgeliefertkeine eigene Angabe von Google
Prerenderingbeim Build; die clientseitige App wird ausgeführt und ihr Startzustand als statisches HTML gespeichertja (Startzustand)Google nennt Server-Side- oder Pre-Rendering weiterhin „eine gute Idee“, weil es Seiten für Nutzer und Crawler schneller macht
Dynamic Renderingein Rendering-Server erzeugt HTML nur für erkannte Crawler; Nutzer erhalten die clientseitig gerenderte Versionnur in der Version für Crawlerlaut Google ein Workaround und keine dauerhafte Lösung; gilt nicht als Cloaking, solange Nutzer und Crawler ähnliche Inhalte sehen

Als Ersatz für Dynamic Rendering nennt Google Server-Side Rendering, statisches Rendering und Hydration. Der ältere web.dev-Artikel „Rendering on the Web“ bezeichnet Dynamic Rendering noch als erwägenswerte Option; die Tabelle folgt der aktuellen Google-Search-Central-Doku. ISR ist kein Webstandard, die Beschreibung stammt aus der Next.js-Dokumentation. Prerendering hat im Sprachgebrauch weitere Bedeutungen; hier ist die Definition von web.dev gemeint. Quellen: web.dev: Rendering on the Web; Google Search Central: Understand JavaScript SEO basics (last updated 2026-03-04); Google Search Central: Dynamic rendering as a workaround (last updated 2025-12-10); Next.js Docs: How to implement Incremental Static Regeneration (ISR). Stand: .

Beispiel

HTML
<body>
  <div id="root"></div>
  <script src="bundle.js"></script>
</body>

Im Quelltext fehlen Überschriften, Texte und Links. Sie erscheinen erst im gerenderten HTML, das sich in der Search Console mit der URL-Prüfung ansehen lässt.

Quellen

  1. Client-side rendering (CSR) – MDN Glossarydeveloper.mozilla.org
  2. JavaScript SEO Basics – Google Search Centraldevelopers.google.com
  3. Fix Search-related JavaScript problems – Google Search Centraldevelopers.google.com

Stand: