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Arten von Migrationen

Domainumzug

Auch genannt: Domainwechsel, Domain Migration

Ein Domainumzug (Domainwechsel) liegt vor, wenn eine Website unter einer neuen Domain erreichbar sein soll und die alten URLs dauerhaft auf die neuen zeigen. Davon zu unterscheiden ist der Wechsel des Domain-Providers: Dabei bleibt die Adresse gleich, nur die Verwaltung der Domain zieht um.

Was beim SEO-Domainumzug passiert

Alle URLs ändern sich, daher müssen Suchmaschinen erfahren, welche neue URL zu welcher alten gehört. Google beschreibt dafür folgende Schritte:

  1. Neue Website aufbauen und testen, möglichst vollständig vor dem Livegang.
  2. Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue URL einrichten. Google empfiehlt serverseitige permanente Weiterleitungen, etwa HTTP 301 oder 308. Der Googlebot folgt bis zu zehn Weiterleitungen hintereinander, Google rät aber, direkt auf das Ziel weiterzuleiten oder Ketten möglichst auf höchstens drei und weniger als fünf Weiterleitungen zu begrenzen.
  3. Sitemap mit den neuen URLs erstellen und in der Search Console einreichen.
  4. Adressänderung in der Search Console melden. Das Tool setzt Inhaberstatus für beide Properties und eingerichtete 301-Weiterleitungen voraus.
  5. Beobachten, wie sich Crawling, Indexierung und Traffic auf der alten und neuen Domain entwickeln.

Nicht verwendbar ist das Tool zur Adressänderung für den Wechsel von HTTP auf HTTPS, von www auf non-www oder für Pfadänderungen innerhalb einer Domain.

Weiterleitungskette und direkte WeiterleitungOben führt /alt über zwei Zwischenstationen zum Ziel: drei Weiterleitungen, vier Abrufe. Unten führt /alt direkt mit einer Weiterleitung zum Ziel: zwei Abrufe.Kette: 3 Weiterleitungen, 4 Abrufe/alt/produkte/alt/p/neu-2019/ziel/200 OK301301301Direkt: 1 Weiterleitung, 2 Abrufe/alt/ziel/200 OK301Nach mehreren Relaunches entstehen Ketten, wenn alte Regeln nie auf das aktuelle Ziel umgestellt werden.
Jede Station einer Kette ist ein eigener Abruf. Googles Crawler folgen bis zu zehn Weiterleitungen; Google empfiehlt trotzdem, direkt auf das endgültige Ziel zu leiten. Quellen: Google Search Central: HTTP-Statuscodes, Netzwerk- und DNS-Fehler; Google Search Central: Website-Umzug mit URL-Änderungen.

Wie lange bleiben die Weiterleitungen?

Hier unterscheiden sich zwei Google-Seiten. Die Umzugsdokumentation rät, Weiterleitungen so lange wie möglich beizubehalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Die Search Console-Hilfe zum Adressänderungstool nennt mindestens 180 Tage, länger, solange über die Weiterleitungen noch Traffic aus der Google Suche kommt. Wer beide Angaben erfüllen will, behält die Weiterleitungen mindestens ein Jahr.

Beispiel

https://alt-marke.de/schuhe/laufschuhe/ wird dauerhaft auf https://neue-marke.de/schuhe/laufschuhe/ weitergeleitet. Die Weiterleitung steht in der Serverkonfiguration der alten Domain:

Apache
RewriteEngine On
RewriteRule ^(.*)$ https://neue-marke.de/$1 [R=301,L]

Dieses Muster gilt nur, wenn die Pfade gleich bleiben. Ändert sich die Struktur, braucht jede URL ihr eigenes Ziel.

Checkliste

  • Die neue Website vollständig testen, bevor die Weiterleitungen aktiv werden.
  • Für jede alte URL die passende neue URL festlegen. Viele alte URLs sollten nicht auf ein einzelnes unpassendes Ziel wie die Startseite zeigen.
  • Serverseitige permanente Weiterleitungen (301 oder 308) einrichten, jede alte URL möglichst direkt auf ihr Ziel.
  • noindex und robots.txt-Sperren entfernen, die nur für die Migration gebraucht wurden.
  • Auf der neuen Website Canonical-Angaben mit den neuen URLs setzen.
  • Die neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  • Die Adressänderung für die alte Domain melden (Inhaber beider Properties, dasselbe Google-Konto).
  • Die Weiterleitungen mindestens ein Jahr beibehalten. Die Search Console-Hilfe nennt mindestens 180 Tage.
  • Traffic, Crawling und Indexierung auf der alten und der neuen Domain beobachten.
  • Den Umzug in eine verkehrsschwache Zeit legen und nicht gleichzeitig CMS oder Layout wechseln.
  • Die wichtigsten Weiterleitungen vor und nach dem Livegang per Crawl stichprobenartig prüfen (Praxiserfahrung).

Häufige Fehler

  • Alles auf die Startseite: Google rät davon ab, viele alte URLs auf ein einzelnes, thematisch unpassendes Ziel wie die Startseite weiterzuleiten.
  • Ziele, die es nicht gibt: Weiterleitungen auf falsche oder nicht vorhandene URLs der neuen Website nennt Google ausdrücklich als Fehler.
  • Sperren bleiben stehen: noindex oder robots.txt-Blockaden, die nur für die Migration gedacht waren, bleiben aktiv.
  • Canonical zeigt auf die alte Domain: Google verlangt, dass die Canonical-Angaben der neuen Website die neuen URLs verwenden.
  • Umzüge hintereinander: Die Search Console-Hilfe rät davon ab, Umzüge direkt zu verketten (A zu B zu C) oder mehrere Websites gleichzeitig in ein Ziel zusammenzuführen.
  • Adressänderung im falschen Fall: Das Tool gilt nicht für HTTP auf HTTPS, www auf non-www oder Pfadänderungen innerhalb einer Domain.

Häufige Fragen

Was muss ich beim Umzug meiner Domain beachten? Je nach Fall die Provider-Schritte (Auth-Code, Kündigung beim alten Anbieter, DNS) oder, bei neuer Adresse, die SEO-Schritte oben.

Gehen beim Umzug Rankings verloren? Google weist darauf hin, dass während eines Umzugs vorübergehende Schwankungen auftreten können.

Quellen

  1. Website-Umzug mit URL-Änderungen – Google Search Centraldevelopers.google.com
  2. Tool zur Adressänderung – Search Console-Hilfesupport.google.com

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