Der Fragment-Identifier (Fragment, Sprungmarke, Anker) ist der Teil einer URL hinter dem Rautezeichen #. Er verweist auf eine bestimmte Stelle oder Teilressource innerhalb der Seite.
Wie funktioniert ein Fragment?
Folgt man einem Link wie https://example.com/seite#kapitel-2, lädt der Browser die Seite und scrollt zum Element mit id="kapitel-2". Laut MDN geht das Fragment nie an den Server. Der Browser wertet es nach dem Abruf der Seite aus. RFC 3986 definiert es als Angabe, die auf eine Teilressource der Hauptressource verweist. Außer ID-Ankern gibt es Text Fragments (#:~:text=…) und Media Fragments wie #t=10,20 für eine Zeitmarke in Audio oder Video (MDN).
Was bedeutet das Fragment für SEO?
Google unterstützt URL-Fragmente nach eigener Angabe im Allgemeinen nicht und rät davon ab, damit Inhalt zu ändern. Beispiel für eine problematische Adresse ist https://example.com/#/potatoes. Wer Inhalte per JavaScript wechselt, nutzt stattdessen die History API.
Auch Seitenzahlen gehören nicht in Fragmente. Google ignoriert sie. Unterscheidet sich der Link zur nächsten Seite nur durch den Text hinter dem #, folgt Googlebot ihm unter Umständen nicht, weil er die Seite schon abgerufen glaubt.
Für Sprungmarken innerhalb eines Dokuments wie Inhaltsverzeichnisse ist das Fragment dagegen geeignet. Dort ändert es nur die Scroll-Position.
Beispiel
<a href="#kapitel-2">Zu Kapitel 2</a>
<h2 id="kapitel-2">Kapitel 2</h2>
Als Link zur zweiten Seite einer Liste wäre https://example.com/produkte#seite=2 problematisch.
Häufige Fehler
- Inhalte werden nur über wechselnde Fragmente geladen (Single-Page-Seiten ohne eigene URLs).
- Paginierung nutzt
#page=2statt?page=2.
Quellen
- Fragment – MDN Web Docsdeveloper.mozilla.org
- RFC 3986: URI Generic Syntax, Abschnitt 3.5 Fragment – IETFrfc-editor.org
- URL structure best practices for Google Search – Google Search Central (Stand 10.12.2025)developers.google.com
- Pagination, incremental page loading, and their impact on Google Search – Google Search Centraldevelopers.google.com
Stand: