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CMS, Betrieb & Spezialdateien

Headless CMS

Auch genannt: Headless Content-Management-System

Ein Headless CMS ist ein Content-Management-System, das Inhalte nur verwaltet und über eine API (REST oder GraphQL) bereitstellt, aber keine eigene Seitenausgabe mitbringt. Wie die Inhalte aussehen und unter welchen URLs sie erreichbar sind, bestimmt ein separates Frontend. Der verwandte Begriff Decoupled CMS wird in den Quellen uneinheitlich abgegrenzt und hier nicht definiert.

Was bedeutet das für SEO?

In einem klassischen CMS erzeugt dieselbe Software Inhalt, HTML, URLs, Title-Tags und Sitemap. Bei Headless liegen diese Aufgaben im Frontend, das ein Entwicklungsteam baut, etwa mit einem JavaScript-Framework. Die Suchmaschine sieht nur dessen Ergebnis, nie die API. Das CMS selbst beeinflusst das Ranking nicht, entscheidend ist das HTML und die HTTP-Antwort, die beim Crawler ankommen (Einschätzung).

Wird das Frontend im Browser gerendert, gilt der Ablauf von Google für JavaScript. Googlebot lädt das HTML, wertet darin Links aus, stellt die Seite in eine Rendering-Warteschlange und indexiert danach das gerenderte Ergebnis. Links erkennt Google nur als <a>-Elemente mit href. Ein Canonical im HTML ist laut Google dem per JavaScript gesetzten vorzuziehen, und sinnvolle Statuscodes helfen, Soft-404-Fehler zu vermeiden.

Damit SEO-relevante Felder überhaupt auf der Seite landen, braucht das Datenmodell des CMS Felder für Title, Meta-Description, Canonical und Robots-Angaben, und das Frontend muss sie ausgeben.

Beispiel

Antwort der API für eine Produktseite:

JSON
{
  "slug": "laufschuh-trail",
  "title": "Trail-Laufschuh Alpin",
  "seoTitle": "Trail-Laufschuh Alpin kaufen",
  "metaDescription": "Leichter Trail-Laufschuh mit grobem Profil.",
  "canonical": "https://www.example.com/schuhe/laufschuh-trail"
}

Das Frontend baut daraus das HTML, in dem seoTitle, metaDescription und canonical als Title, Meta-Tag und Link-Element im <head> stehen müssen.

Häufige Fehler

  • Pflichtfelder fehlen im Datenmodell. Redakteure können dann keinen eigenen Title oder Canonical pflegen.
  • Fehlende Seiten liefern Status 200. Eine nicht vorhandene Slug-Adresse zeigt eine Fehlermeldung im Frontend, der Server antwortet aber mit 200.
  • Navigation ohne href. Klick-Handler statt Links verhindern, dass Google Folgeseiten findet.
  • Redirects, Sitemap und robots.txt vergessen. Das CMS liefert sie nicht automatisch mit.

Häufige Fragen

Ist ein Headless CMS schlecht für SEO? Nicht von vornherein. Es verlagert die Verantwortung für HTML, URLs und Meta-Daten in das Frontend. Wer sie dort vollständig umsetzt, bietet Suchmaschinen dieselben Voraussetzungen wie bei einem klassischen System.

Quellen

  1. Grundlagen der JavaScript-SEO – Google Search Centraldevelopers.google.com
  2. Was ist ein Headless CMS? – AWSaws.amazon.com
  3. Von Google unterstützte Meta-Tags und Attribute – Google Search Centraldevelopers.google.com

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