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Link Rot (auch Linkverrottung) bezeichnet das schleichende Unbrauchbarwerden von Links. Die Zielseite wurde gelöscht, verschoben oder die Domain ist verschwunden, und der Link führt ins Leere. Der Begriff beschreibt den Prozess über die Zeit, ein einzelner defekter Link heißt Broken Link.

Typische Auslöser sind gelöschte Seiten, geänderte URLs ohne Weiterleitung, aufgegebene Domains und Tippfehler in der Link-URL. Auf der Besucherseite zeigt sich das meist als HTTP-Status 404 oder 410, bei abgeschalteten Servern als Verbindungsfehler.

Wie verbreitet das ist, hat das Pew Research Center 2024 gemessen. Aus einer Stichprobe von knapp einer Million Seiten aus dem Common-Crawl-Archiv waren im Oktober 2023 38 Prozent der Seiten von 2013 nicht mehr erreichbar. Über den gesamten Zeitraum 2013 bis 2023 betrachtet war ein Viertel aller Seiten verschwunden. Auf 23 Prozent der untersuchten Nachrichtenseiten und 21 Prozent der Regierungsseiten steckte mindestens ein defekter Link.

Zwei Richtungen sind zu unterscheiden. Verrottet ein ausgehender Link, trifft das zuerst die Besucher der eigenen Seite. Verrottet die eigene URL, laufen alle Links von außen auf die Fehlerseite, und die Verlinkung verpufft.

Beispiel

Ein Fachartikel verlinkt 2019 auf eine Studie. Der Anbieter stellt die Seite 2022 um, die alte URL liefert seitdem:

HTTP
HTTP/1.1 404 Not Found

Der Link im Artikel ist damit verrottet, auch wenn der Artikel selbst unverändert online steht.

Was Seitenbetreiber tun können

  • Ausgehende Links regelmäßig mit einem Crawler auf Statuscodes prüfen und tote Ziele ersetzen oder entfernen.
  • Bei eigenen URL-Änderungen eine Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue Seite einrichten. Google empfiehlt dafür nach Möglichkeit eine permanente serverseitige Weiterleitung.
  • Links auf stabile Quellen setzen, etwa auf Primärquellen statt auf kurzlebige Zwischenseiten.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die jährliche Verfallsrate? Das hängt von der Stichprobe ab. Pew misst 38 Prozent nach rund zehn Jahren. Für den Bookmark-Dienst Pinboard wurden 2014 etwa 5 Prozent pro Jahr genannt (laut Wikipedia).

Quellen

  1. When Online Content Disappears – Pew Research Center, 2024pewresearch.org
  2. Toter Link – Wikipedia (ergänzend)de.wikipedia.org
  3. Weiterleitungen und die Google Suche – Google Search Centraldevelopers.google.com

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