URL Hijacking (auch Typosquatting) bezeichnet das Registrieren von Domains, die sich nur durch Tippfehler oder Abweichungen von der Adresse einer bekannten Marke unterscheiden. Gemeint ist hier die Sicherheitsbedeutung des Begriffs.
Wie funktioniert das?
Typosquatter nutzen zum Beispiel falsch geschriebene Domainnamen, Pluralformen, abweichende Top-Level-Domains oder Länderendungen wie .cm und .co. Die Motive reichen laut Wikipedia von Phishing und Malware über Werbeeinnahmen bis zum Weiterverkauf der Domain an Markeninhaber.
Was können Marken tun?
Für Streitfälle um solche Domains bietet die WIPO das UDRP-Verfahren an. In den USA regelt 15 U.S.C. § 1125(d) die „Cyberpiracy prevention“; die Vorschrift wurde 1999 mit dem Anticybersquatting Consumer Protection Act eingefügt. Die Spam-Richtlinien von Google nennen unter „Scam and Fraud“ das Ausgeben als offizielles Unternehmen oder offiziellen Dienst über Imposter-Seiten. Ob Lookalike-Domains ausdrücklich darunter fallen, steht dort nicht. Google gibt an, solche Seiten automatisiert zu erkennen und aus der Suche herauszuhalten, und nimmt Meldungen über einen Search Quality User Report entgegen.
Für das eigene Monitoring gehört die Beobachtung neu registrierter, ähnlicher Domains dazu. Replug und ThreatNG nennen sie als Schutzmaßnahme.
Keine Rechtsberatung.
Beispiel
Die Marke beispielshop.de wird als beispielschop.de oder beispielshop.co nachgeahmt. Nutzer, die sich vertippen, landen auf einer Seite mit Phishing-Formular.
Quellen
- Spam-Richtlinien für die Google Suche – Google Search Centraldevelopers.google.com
- Typosquatting – Wikipedia (ergänzend)en.wikipedia.org
- What is URL hijacking – Replug (ergänzend)replug.io
- Domain Name Disputes (UDRP) – WIPOwipo.int
- 15 U.S.C. § 1125 (d) Cyberpiracy prevention – govinfo.govgovinfo.gov
Stand: