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Weiterleitungen

Weiterleitungskette (Redirect Chain)

Auch genannt: Redirect Chain

Eine Weiterleitungskette (Redirect Chain) liegt vor, wenn eine URL nicht direkt zum Ziel weiterleitet, sondern über mindestens eine weitere Weiterleitung. Aus A nach C wird A nach B nach C. Jede Station kostet eine zusätzliche Anfrage, bis die endgültige Seite ausgeliefert wird.

Auf einen Blick

Klasse
3xx (mehrere Umleitungen nacheinander)
Dauer
je nach Code der einzelnen Weiterleitung
In Google
folgt standardmäßig bis zu 10 Hops
Empfehlung
direkt auf das Ziel; sonst höchstens 3, weniger als 5 Hops

Stand:

Warum Ketten ein Problem sind

Googles Crawler folgen standardmäßig bis zu 10 Redirect-Hops (Google-Doku zu HTTP-Statuscodes). In der Doku zum Website-Umzug empfiehlt Google, direkt auf das Ziel weiterzuleiten und Ketten sonst möglichst auf höchstens drei und weniger als fünf Hops zu begrenzen. Wer innerhalb der Zehn-Hop-Grenze bleibt, wird erreicht, aber jede Station verlängert den Weg zum Inhalt. Fällt ein Glied der Kette aus oder zeigt falsch, kommt auch das Ziel nicht an.

Ketten entstehen meist schrittweise. Eine alte URL wurde beim Relaunch umgeleitet, später wurde das Ziel erneut verschoben. Auch die Kombination aus Wechsel auf HTTPS, Entscheidung für www und neuer URL-Struktur erzeugt zwei bis drei Stationen hintereinander.

Weiterleitungskette und direkte WeiterleitungOben führt /alt über zwei Zwischenstationen zum Ziel: drei Weiterleitungen, vier Abrufe. Unten führt /alt direkt mit einer Weiterleitung zum Ziel: zwei Abrufe.Kette: 3 Weiterleitungen, 4 Abrufe/alt/produkte/alt/p/neu-2019/ziel/200 OK301301301Direkt: 1 Weiterleitung, 2 Abrufe/alt/ziel/200 OK301Nach mehreren Relaunches entstehen Ketten, wenn alte Regeln nie auf das aktuelle Ziel umgestellt werden.
Jede Station einer Kette ist ein eigener Abruf. Googles Crawler folgen bis zu zehn Weiterleitungen; Google empfiehlt trotzdem, direkt auf das endgültige Ziel zu leiten. Quellen: Google Search Central: HTTP-Statuscodes, Netzwerk- und DNS-Fehler; Google Search Central: Website-Umzug mit URL-Änderungen.

Beispiel

Text
GET http://example.com/alt    → 301 → https://example.com/alt
GET https://example.com/alt   → 301 → https://www.example.com/alt
GET https://www.example.com/alt → 301 → https://www.example.com/neu

Besser ist eine einzige Weiterleitung von http://example.com/alt direkt auf https://www.example.com/neu. Mit curl -IL lässt sich der Verlauf anzeigen.

Auflösen

Das Ziel jeder Weiterleitung auf die endgültige URL umstellen. Auch interne Links und Sitemap-Einträge sollten direkt auf die Ziel-URL zeigen.

Eine Fallstudie von searchVIU (2018) zeigt, wie Ketten bei einem Domainumzug entstehen. Die alte Domain leitete jede URL zuerst auf denselben Pfad der neuen Domain, erst von dort ging es zum Ziel. Rund 99 % der alten URLs liefen so über eine Kette. Ein Leitfaden von searchVIU (2019) empfiehlt deshalb, globale Regeln wie HTTP zu HTTPS erst nach den 1:1-Weiterleitungen greifen zu lassen und ältere Weiterleitungen direkt auf die neuen Ziele umzustellen.

Quellen

  1. Redirects and Google Search – Google Search Centraldevelopers.google.com
  2. HTTP status codes, network and DNS errors – Google Search Centraldevelopers.google.com
  3. Website-Umzug mit URL-Änderungen – Google Search Centraldevelopers.google.com
  4. Die Migration von ccTLDs zu einer gTLD - Das WARUM, das WIE und das WTF – searchVIU-Blog (2018)searchviu.com
  5. Testen von Weiterleitungen vor und nach einer Website-Migration – searchVIU-Blog (2019)searchviu.com

Stand: