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HTTP/2 ist die zweite Hauptversion des Protokolls HTTP, mit dem Browser und Server Webseiten austauschen. Es überträgt Inhalte in binären Frames, bündelt viele Anfragen über eine einzige Verbindung und komprimiert die Header. Beschrieben ist es in RFC 9113 von 2022, das die erste Fassung RFC 7540 ersetzt.

Was ändert HTTP/2?

Bei HTTP/1.1 blockiert eine langsame Antwort die folgenden auf derselben Verbindung (Head-of-Line-Blocking). HTTP/2 erlaubt dagegen Multiplexing, also mehrere gleichzeitige Anfragen und Antworten auf derselben Verbindung. Die Header-Kompression verringert redundante Daten, besonders bei vielen kleinen Anfragen. Server Push, mit dem ein Server Ressourcen ungefragt schickt, ist in der Spezifikation optional.

Inhaltlich bleibt vieles gleich, denn laut RFC 9113 unterstützt HTTP/2 alle Kernfunktionen von HTTP, nur effizienter. Browser nutzen HTTP/2 laut Berichten in der Praxis nur über HTTPS.

Ein Nebeneffekt betrifft die Optimierung. Das Zusammenfassen vieler kleiner Dateien, früher üblich, bringt bei HTTP/2 laut Berichten weniger.

HTTP-Versionen im Vergleich
VersionTransportMehrere Anfragen gleichzeitigHeader-FelderNutzung durch Google-Crawler
HTTP/1.1 (RFC 9112)TCPkeine Multiplexing-Schicht; Pipelining möglich, Antworten kommen in der Reihenfolge der Anfragen; für Parallelität oft mehrere TCP-VerbindungenTextfelder, durch Leerzeichen getrennt; laut RFC 9113 oft wiederholend und ausführlichunterstützt; laut Google die Standardversion
HTTP/2 (RFC 9113) (dieser Begriff)TCPja, viele Anfragen verschachtelt über eine Verbindung; Paketverluste auf TCP-Ebene bremsen weiter alle Streamsbinäre Frames, Kompression mit HPACKunterstützt seit November 2020; kein Ranking-Vorteil; Abschalten mit Statuscode 421
HTTP/3 (RFC 9114)QUIC über UDPja, über unabhängige QUIC-Streams; ein blockierter Stream hält die anderen nicht aufKompression mit QPACKkeine Angabe von Google; die Crawler-Doku nennt nur HTTP/1.1 und HTTP/2

Alle drei Versionen tragen dieselbe HTTP-Semantik (Methoden, Statuscodes, Header), sie unterscheiden sich in der Übertragung. Google-Crawler wählen die Version mit der besten Crawling-Leistung und können zwischen Crawling-Sitzungen wechseln. HTTP/2 kann laut Google Rechenressourcen auf beiden Seiten sparen. Welche Version eine Anfrage genutzt hat, zeigen Server-Logs. Quellen: RFC 9112: HTTP/1.1; RFC 9113: HTTP/2; RFC 9114: HTTP/3; RFC 9000: QUIC; Google Crawling Infrastructure: Overview of Google crawlers and fetchers (last updated 2026-06-12); Google Search Central Blog: Googlebot will soon speak HTTP/2 (2020-09-17). Stand: .

HTTP/2 und Googlebot

Google-Crawler unterstützen HTTP/1.1 und HTTP/2 und nutzen die Version, die die beste Crawling-Leistung bietet. Nach Angabe von Google kann das Crawlen über HTTP/2 Rechenressourcen auf der Website und bei Googlebot sparen, bringt aber keinen Ranking-Vorteil. Wer HTTP/2 für Google-Crawler vermeiden will, kann mit Statuscode 421 antworten.

Beispiel

Mit curl lässt sich prüfen, ob ein Server HTTP/2 spricht:

Shell
curl -I --http2 https://www.example.com/
HTTP/2 200
content-type: text/html; charset=utf-8

Die Statuszeile HTTP/2 200 zeigt, dass die Verbindung HTTP/2 nutzt. Bei HTTP/2 stehen Header-Namen in Kleinbuchstaben.

Häufige Fehler

  • Ranking-Vorteil erwarten. Google nennt HTTP/2 beim Crawling ausdrücklich ohne Ranking-Effekt.
  • Alte Optimierungen beibehalten. Das Bündeln von Dateien ist bei HTTP/2 weniger wirksam und kostet Pflegeaufwand.
  • Protokollversion mit Statuscode verwechseln. HTTP 200 und HTTP 202 sind Statuscodes, HTTP/2 ist eine Protokollversion.

Häufige Fragen

Was ist besser, HTTP oder HTTPS? HTTPS verschlüsselt die Verbindung und ist die Grundlage für HTTP/2 im Browser.

Quellen

  1. RFC 9113: HTTP/2rfc-editor.org
  2. Übersicht der Google-Crawler (HTTP-Protokollversionen) – Google Search Centraldevelopers.google.com
  3. So optimiert HTTP/2 das World Wide Web – IONOS Digital Guideionos.de

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