Ein HTTP-Statuscode ist die dreistellige Zahl, mit der ein Webserver auf jede Anfrage antwortet. Er sagt dem Browser oder Crawler, ob die Anfrage geklappt hat, ob die Ressource umgezogen ist oder ob ein Fehler vorliegt. Definiert sind die Codes in der HTTP-Spezifikation RFC 9110.
Auf einen Blick
- Art
- dreistellige Zahl in jeder HTTP-Antwort
- Werte
- fünf Klassen, 1xx bis 5xx
- Wirkt auf
- Crawling und Indexierung
- Spezifikation
- RFC 9110, Abschnitt 15
Stand:
Die fünf Klassen
Die erste Ziffer bestimmt die Klasse:
| Klasse | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| 1xx | Information, die Anfrage wird noch verarbeitet | 100 Continue, 103 Early Hints |
| 2xx | Erfolg | 200 OK, 204 No Content |
| 3xx | Umleitung | 301 Moved Permanently, 302 Found, 304 Not Modified, 307, 308 |
| 4xx | Fehler auf Seite des Clients | 403 Forbidden, 404 Not Found, 410 Gone, 429 Too Many Requests |
| 5xx | Fehler auf Seite des Servers | 500 Internal Server Error, 502 Bad Gateway, 503 Service Unavailable |
Was bedeuten Statuscodes für SEO?
Suchmaschinen lesen den Statuscode vor dem Inhalt. Google dokumentiert, wie seine Crawler darauf reagieren:
- 2xx: Google gibt den Inhalt an die Indexierung weiter. Eine Garantie für die Aufnahme in den Index ist das nicht.
- 301 und 308: Google wertet sie als starkes Signal, dass die Ziel-URL kanonisch sein soll.
- 302 und 307: Google wertet sie als schwaches Signal für die Ziel-URL. Für dauerhafte Umzüge ist deshalb 301 oder 308 die passende Wahl.
- Weiterleitungsketten: Der Googlebot folgt bis zu zehn Weiterleitungen hintereinander (Google-Doku zu HTTP-Statuscodes). Für Website-Umzüge empfiehlt Google, direkt auf das endgültige Ziel weiterzuleiten oder Ketten möglichst auf höchstens drei und weniger als fünf Weiterleitungen zu begrenzen (Doku zum Website-Umzug).
- 404, 410 und andere 4xx außer 429: Bereits indexierte URLs werden entfernt, und Google ruft sie nach und nach seltener ab.
- 429 und 5xx: Google verlangsamt das Crawling der Website. Halten die Fehler an, entfernt Google die betroffenen URLs nach einiger Zeit aus dem Index.
Beispiel
Ein Shop nimmt eine Produktkategorie dauerhaft aus dem Sortiment. Die alte URL antwortet mit einer Weiterleitung auf die übergeordnete Kategorie:
GET /damen/laufschuhe/trail/ HTTP/1.1
Host: www.example.com
HTTP/1.1 301 Moved Permanently
Location: https://www.example.com/damen/laufschuhe/
Gibt es keinen passenden Ersatz, ist 404 oder 410 die ehrliche Antwort. Der Unterschied ist in RFC 9110 festgelegt: 410 sagt aus, dass die Ressource absichtlich und voraussichtlich dauerhaft entfernt wurde. Bei Google führen beide Codes zur Entfernung aus dem Index.
Häufige Fehler
- Soft 404: Eine Seite zeigt „Nicht gefunden“ oder ist leer, antwortet aber mit 200. Die Search Console meldet solche URLs als Soft 404.
- Temporäre Weiterleitung für einen dauerhaften Umzug: Ein 302 nach einem Relaunch schwächt das Signal für die neue URL.
- Wartungsseite mit 200: Nach RFC 9110 (Abschnitt 15.6.4) steht 503 für vorübergehende Überlastung oder geplante Wartung. Bei einer Antwort mit 2xx prüft Google den Inhalt für die Verarbeitung, auch wenn es nur eine Wartungsseite ist.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Statuscode 404? Der Server hat zur angefragten URL keine Ressource gefunden. Ob sie nur vorübergehend oder dauerhaft fehlt, sagt der Code nicht.
Was ist HTTP 204? 204 No Content meldet Erfolg, ohne einen Inhalt zurückzugeben. Für normale Webseiten spielt der Code kaum eine Rolle, häufiger kommt er bei Schnittstellen vor.
Wie finde ich den Statuscode einer URL?
In den Entwicklertools des Browsers im Tab „Netzwerk“, per curl -I https://www.example.com/ auf der Kommandozeile oder mit einem Crawler.
Quellen
- RFC 9110: HTTP Semantics, Abschnitt 15 Status Codes – IETFrfc-editor.org
- HTTP-Antwortstatuscodes – MDN Web Docsdeveloper.mozilla.org
- So wirken sich HTTP-Statuscodes auf die Google-Crawler aus – Google Crawling-Doku (Stand 04.02.2026)developers.google.com
- Website-Umzug mit URL-Änderungen – Google Search Centraldevelopers.google.com
Stand: