Infinite Scroll (unendliches Scrollen) ist ein Bedienmuster, bei dem eine Seite weitere Inhalte nachlädt, sobald Nutzer ans Ende scrollen. Für SEO zählt, ob Google die nachgeladenen Inhalte über Links erreicht.
Warum ist Infinite Scroll für SEO heikel?
Google unterscheidet bei langen Listen drei Muster, nämlich Pagination mit Links auf Folgeseiten, Load-more-Schaltflächen und Infinite Scroll. Die beiden letzten werden meist mit JavaScript umgesetzt. Google crawlt nach eigener Angabe in der Regel URLs aus href-Attributen von <a>-Elementen. Seine Crawler klicken keine Buttons und lösen im Regelfall keine JavaScript-Funktionen aus, die erst eine Nutzeraktion verlangen. Wer Inhalte nur nachlädt, wenn gescrollt wird, riskiert daher, dass Googlebot sie nie sieht.
Google nennt als Nachteile von Infinite Scroll, dass die Ergebnisgröße unklar bleibt (Scroll-Ermüdung) und dass sehr lange Listen nicht gut funktionieren.
Wie bleiben Inhalte crawlbar?
Jeder nachgeladene Abschnitt braucht eine eigene, per Link erreichbare URL, zum Beispiel ?page=2. Google rät, Seitenzahlen nicht über URL-Fragmente (#) abzubilden, weil Google Fragmente ignoriert. Jede Seite einer Folge sollte ihre eigene Canonical-URL tragen. Die früher empfohlenen Tags rel="next" und rel="prev" nutzt Google nicht mehr.
Der Google-Beitrag zu Infinite Scroll stammt von 2014. Die aktuelle Pagination-Dokumentation ist maßgeblich.
Beispiel
<a href="/schuhe?page=2">Weitere Schuhe</a>
Das JavaScript lädt beim Scrollen denselben Abschnitt nach und aktualisiert die Adresse mit der History API. Der Link bleibt im HTML als Pfad für Crawler.
Häufige Fehler
- Inhalte nur per Scroll oder Schaltfläche laden. Googles Crawler klicken keine Buttons und lösen laut Dokumentation im Allgemeinen keine JavaScript-Funktionen aus, die eine Nutzeraktion verlangen. Ohne Link auf die nächste Seite bleibt der nachgeladene Teil unerreichbar.
- Seitenzahlen in URL-Fragmenten. Google ignoriert alles hinter dem
#. Unterscheidet sich der Link zur nächsten Seite nur dort, folgt Googlebot ihm unter Umständen nicht. - Erste Seite als Canonical für die ganze Folge. Google rät davon ab. Jede Seite bekommt ihre eigene Canonical-URL.
- Sich auf
rel="next"undrel="prev"verlassen. Google nutzt diese Tags nicht mehr, auch wenn andere Suchmaschinen sie womöglich noch auswerten.
Quellen
Stand: