Reverse DNS (rDNS, Reverse Lookup) ermittelt zu einer IP-Adresse den zugehörigen Hostnamen. Das ist die Umkehrung der üblichen DNS-Abfrage, die zu einem Namen die IP-Adresse liefert. In der SEO dient sie vor allem dazu, Crawler wie den Googlebot zu verifizieren.
Wie funktioniert die Abfrage?
Reverse-Einträge liegen in einer eigenen Zone, bei IPv4 unter in-addr.arpa, bei IPv6 unter ip6.arpa. Die Oktette der IP-Adresse werden dafür umgedreht. Aus 192.0.2.69 wird 69.2.0.192.in-addr.arpa. Dort steht ein PTR-Record, der auf den Hostnamen zeigt. PTR-Einträge sind laut Microsoft ein optionaler Teil des DNS-Standards. Wer sie nicht anlegt, bekommt bei der Abfrage keinen Namen zurück.
Wie werden Crawler damit verifiziert?
Im User-Agent kann sich jeder als Googlebot ausgeben. Google beschreibt deshalb ein Verfahren in vier Schritten.
- Reverse-DNS-Abfrage der zugreifenden IP-Adresse, zum Beispiel mit dem Befehl
host. - Prüfen, ob die Domain des Ergebnisses
googlebot.com,google.comodergoogleusercontent.comlautet. - Forward-DNS-Abfrage auf den ermittelten Hostnamen.
- Prüfen, ob die dabei gelieferte IP-Adresse mit der ursprünglichen übereinstimmt.
Den Rückweg über den Forward-Lookup braucht es, weil Betreiber eines IP-Blocks den PTR-Eintrag selbst setzen können (Einschätzung). Alternativ gleicht man die IP-Adresse mit den Bereichen ab, die Google als JSON-Dateien im CIDR-Format veröffentlicht.
IP-Adressen in Logfiles können personenbezogene Daten sein (EuGH, Urteil vom 19.10.2016, C-582/14, Breyer). Keine Rechtsberatung.
Beispiel
Illustrierter Ablauf mit erfundenen Werten.
$ host 203.0.113.7
7.113.0.203.in-addr.arpa domain name pointer crawl-203-0-113-7.googlebot.com.
$ host crawl-203-0-113-7.googlebot.com
crawl-203-0-113-7.googlebot.com has address 203.0.113.7
Beide Ergebnisse passen zusammen, die Domain lautet googlebot.com.
Häufige Fehler
- Nur den User-Agent prüfen. Im User-Agent kann sich jeder als Googlebot ausgeben. Google beschreibt die Prüfung deshalb über die zugreifende IP-Adresse.
- Den Rückweg weglassen. Google zählt die Forward-DNS-Abfrage und den Vergleich mit der ursprünglichen IP-Adresse (Schritte 3 und 4) zum Verfahren.
- Jede Anfrage einzeln von Hand prüfen. Für die automatisierte Prüfung nennt Google JSON-Dateien mit seinen IP-Bereichen im CIDR-Format.
Häufige Fragen
Was ist ein Reverse Lookup? Die Auflösung einer IP-Adresse in einen Hostnamen über PTR-Einträge.
Wofür wird Reverse DNS sonst genutzt? Etwa bei Mailservern, in Logfiles und zur Bot-Prüfung.
Quellen
- Googlebot und andere Google-Crawler verifizieren – Google Search Centraldevelopers.google.com
- DNS Reverse Lookups – Microsoft Learnlearn.microsoft.com
- Domain Names – Implementation and Specification, RFC 1035rfc-editor.org
- EuGH, Urteil vom 19.10.2016, C-582/14 (Breyer) – EUR-Lexeur-lex.europa.eu
Stand: