IP-Ranges der Crawler sind die IP-Adressbereiche, von denen aus ein Suchmaschinenbetreiber seine Crawler betreibt. Google veröffentlicht sie im CIDR-Format als JSON-Dateien. Wer prüfen will, ob eine Anfrage wirklich von Googlebot stammt, gleicht die IP-Adresse aus dem Logfile mit diesen Listen ab.
Welche Listen gibt es?
Google trennt die Bereiche nach Crawler-Typ und nennt in der Dokumentation fünf Dateien:
common-crawlers.jsonfür die gewöhnlichen Crawler wie Googlebotspecial-crawlers.jsonfür Crawler mit besonderem Zweck wie AdsBotuser-triggered-fetchers.jsonunduser-triggered-fetchers-google.jsonfür Abrufe, die ein Nutzer auslöstuser-triggered-agents.jsonfür nutzerausgelöste Agenten
Die Dateien liegen unter developers.google.com/static/crawling/ipranges/. Für andere Google-Dienste gibt es die allgemeine Liste goog.json.
Umzug 2026
Am 31. März 2026 kündigte Google an, die Dateien von /search/apis/ipranges/ nach /crawling/ipranges/ zu verlegen, weil die Bereiche nicht nur für Crawler der Google Suche gelten. Die alten Pfade sollten vorerst erreichbar bleiben und innerhalb von sechs Monaten auf die neuen weiterleiten. Am 6. Oktober 2026 antwortete die alte Datei googlebot.json mit einer 301-Weiterleitung auf common-crawlers.json. Skripte, die die Listen abrufen, sollten die neuen Pfade nutzen und Weiterleitungen folgen.
Aufbau
Die Dateien enthalten ein Erstellungsdatum (creationTime) und eine Liste von Präfixen für IPv4 und IPv6. Da sich Bereiche ändern, taugt eine einmal heruntergeladene Liste nur begrenzt. Das Erstellungsdatum zeigt, wie aktuell der eigene Stand ist. Die IP-Adressen aus dem Logfile können personenbezogene Daten sein (EuGH, Urteil vom 19.10.2016, C-582/14, Breyer). Keine Rechtsberatung.
Beispiel
Ausschnitt aus der Datei vom 6. Oktober 2026:
{
"creationTime": "2026-10-06T14:47:46.000000",
"prefixes": [
{"ipv6Prefix": "2001:4860:4801:10::/64"},
{"ipv4Prefix": "192.178.4.0/27"}
]
}
Liegt die IP-Adresse eines Zugriffs in einem dieser Präfixe, stammt er aus Googles Infrastruktur.
Alternative zur Liste
Als manuelle Methode nennt Google den Reverse-DNS-Lookup. Der Hostname der IP muss auf googlebot.com, google.com oder googleusercontent.com enden, und ein anschließender Forward-Lookup muss wieder die ursprüngliche IP ergeben. Beide Wege haben denselben Zweck. Der User-Agent allein reicht für die Zuordnung nicht, weil er sich beliebig setzen lässt (siehe Fake-Googlebot). Für andere Betreiber gelten eigene Listen und Verfahren, die sich nicht auf Google übertragen lassen.
Häufige Fehler
- Die Liste einmal laden und nie erneuern. Die Dokumentation nennt keine Aktualisierungsfrequenz. Das Feld
creationTimezeigt den Stand der eigenen Kopie. - Nur
common-crawlers.jsonauswerten. AdsBot und andere Crawler mit besonderem Zweck stehen inspecial-crawlers.json, nutzerausgelöste Abrufe in eigenen Dateien. - Nutzerausgelöste Abrufe wie Googlebot behandeln. Laut Google ignorieren diese Abrufer die robots.txt in der Regel.
- IPv6 vergessen. Die Dateien führen
ipv4Prefixundipv6Prefix. Ein Abgleich nur mit IPv4-Präfixen lässt IPv6-Zugriffe unerkannt. - Den alten Pfad
googlebot.jsonim Skript lassen. Er leitet derzeit per 301 weiter, der Umzug ist angekündigt.
Quellen
- Googlebot und andere Google-Crawler verifizieren – Google Search Centraldevelopers.google.com
- New Location for the Google Crawlers' IP Range Files – Google Search Central Blog (31.03.2026)developers.google.com
- Google-Abrufer, die von Nutzern ausgelöst werden – Google Search Centraldevelopers.google.com
- common-crawlers.json – Google IP-Bereiche (Abruf 2026-10-06; alte URL googlebot.json leitet per 301 hierher)developers.google.com
- Urteil des EuGH vom 19.10.2016, C-582/14 (Breyer)eur-lex.europa.eu
Stand: