Ein Fake-Googlebot ist ein Client, der sich im User-Agent als Googlebot ausgibt, aber nicht von Google stammt. Die Tarnung soll Zugangsregeln umgehen, die Suchmaschinen-Crawler durchlassen, oder Scraping und Angriffe weniger auffällig machen.
Warum der User-Agent nichts beweist
Der User-Agent ist ein frei setzbarer Textwert im HTTP-Header. Jeder Client kann dort „Googlebot“ eintragen. Für die Echtheitsprüfung nennt Google deshalb die IP-Adresse und den zugehörigen Reverse-DNS-Hostnamen.
Wie sich Fälschungen erkennen lassen
Google beschreibt zwei Wege. Beim manuellen Weg wird die IP aus dem Logfile per Reverse-DNS aufgelöst. Der Hostname muss auf googlebot.com, google.com oder googleusercontent.com enden. Danach folgt ein Forward-Lookup des Hostnamens, dessen Ergebnis die ursprüngliche IP sein muss. Beim automatischen Weg wird die IP mit den von Google veröffentlichten IP-Bereichen abgeglichen.
Auf Webserver-Ebene setzen Regelwerke wie das Fake-Bot-Plugin der OWASP Core Rule Set dieselbe Idee um. Das Plugin gleicht den User-Agent großer Suchmaschinen mit einem Reverse-DNS-Lookup ab und fließt in den Anomalie-Score ein, ohne allein zu blockieren.
Beispiel
Zwei Zeilen aus einem Logfile (Beispieldaten) tragen denselben User-Agent, kommen aber von unterschiedlichen Adressen:
192.0.2.31 - - [06/Oct/2026:08:01:10 +0000] "GET /admin/ HTTP/1.1" 403 199 "-" "Googlebot/2.1"
198.51.100.7 - - [06/Oct/2026:08:01:12 +0000] "GET /produkte/ HTTP/1.1" 200 20412 "-" "Googlebot/2.1"
Erst die Prüfung der IP-Adressen zeigt, welche der beiden zu Google gehört.
Häufige Fehler
- Ausnahmen allein am User-Agent festmachen. Regeln, die „Googlebot“ von Rate-Limits, Login oder Bot-Schutz ausnehmen, gelten dann auch für jeden, der den Text in den Header schreibt (Schlussfolgerung aus dem frei setzbaren Header).
- Den Forward-Lookup weglassen. Google verlangt, dass der Forward-Lookup des Hostnamens wieder die ursprüngliche IP ergibt, nicht nur ein passender Hostname im Reverse-Lookup.
- Gefälschte Zugriffe in die Auswertung übernehmen. Zählt eine Logfile-Auswertung alle Zeilen mit Googlebot-User-Agent, fließen auch Fälschungen in die Crawl-Statistik ein (Praxiserfahrung).
Häufige Fragen
Kann ich Zugriffe mit Googlebot-User-Agent einfach blocken? Eine Sperre nur nach User-Agent trifft auch echte Zugriffe, wenn die Fälschung gleich aussieht. Besser ist eine Entscheidung auf Basis der Verifizierung.
Quellen
- Googlebot und andere Google-Crawler verifizieren – Google Search Centraldevelopers.google.com
- Introducing the Fake Bot Plugin – OWASP CRScoreruleset.org
- What is a Fake Googlebot? – Friendly Captcha (ergänzend)friendlycaptcha.com
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