Generative KI (englisch Generative AI) sind KI-Modelle, die neue Inhalte wie Text, Bilder, Audio oder Video erzeugen. Das NIST-Profil übernimmt die Definition der US-Executive Order 14110 (2025 widerrufen): eine Klasse von KI-Modellen, die Struktur und Eigenschaften ihrer Eingabedaten nachbilden, um abgeleitete synthetische Inhalte zu erzeugen. Sprachmodelle hinter Chatbots wie ChatGPT oder Claude gehören dazu.
Abgrenzung zu KI allgemein
Künstliche Intelligenz ist der Oberbegriff. Generative KI bildet darunter die Gruppe von Modellen, deren Ergebnis neu erzeugter Inhalt ist. Andere KI-Systeme klassifizieren etwa Daten oder sagen Werte voraus. Diese Unterscheidung folgt der NIST-Definition, die erzeugte (synthetische) Inhalte in den Mittelpunkt stellt.
Risiken
Das NIST-Profil nennt zwölf Risiken, die generative KI neu schafft oder verstärkt. Für Suche und Inhalte sind vor allem diese relevant:
- Konfabulation: selbstsicher formulierte, aber falsche Inhalte (siehe Halluzination)
- Informationsintegrität: Falschinformationen lassen sich leichter erzeugen und verbreiten
- Geistiges Eigentum: urheber- oder markenrechtlich geschützte Inhalte werden leichter nachgebildet
- Verzerrungen: Vorurteile aus Trainingsdaten werden verstärkt, Ergebnisse gleichen sich an
Bezug zur KI-Verordnung
Die EU-KI-Verordnung verwendet den Begriff „generative KI“ nicht als eigene Definition. Sie unterscheidet KI-Modelle und KI-Systeme mit allgemeinem Verwendungszweck. Ein solches System kann laut Verordnung (Artikel 3 Nummer 66) eine Vielzahl von Zwecken erfüllen, sowohl zur direkten Verwendung als auch zur Integration in andere KI-Systeme. Artikel 50 Absatz 2 verlangt von Anbietern, synthetische Audio-, Bild-, Video- oder Textausgaben maschinenlesbar zu kennzeichnen. Die Pflicht gilt seit dem 2. August 2026. Für Systeme, die vorher in Verkehr gebracht wurden, haben Anbieter bis zum 2. Dezember 2026 Zeit (Artikel 111 Absatz 4, eingefügt durch die Verordnung (EU) 2026/1744).
Keine Rechtsberatung.
Warum ist generative KI für SEO und GEO relevant?
Generative KI steckt in Suchfunktionen wie den AI Overviews und dem AI Mode von Google. Laut Google gelten für das Erscheinen darin keine zusätzlichen Anforderungen, es zählen die allgemeinen Grundlagen für Suche. Außerdem entstehen mit generativer KI viele Webinhalte. Zum Umgang damit hat Google eine eigene Richtlinie veröffentlicht, siehe den Eintrag zur KI-Content-Erkennung.
- OpenAI stellt ChatGPT als kostenlose Forschungsvorschau vor. Das Modell basiert auf der GPT-3.5-Reihe.Quelle: openai.com
- Google kündigt den Chat-Dienst Bard an und öffnet ihn zunächst für ausgewählte Testpersonen.Quelle: blog.google
- Microsoft startet das neue Bing mit KI-Chat und ausführlichen Antworten direkt in der Suche.Quelle: blogs.microsoft.com
- Google stellt die Search Generative Experience (SGE) als Experiment in Search Labs vor. Zum Start gibt es sie nur in den USA und auf Englisch.Quelle: blog.google
- Microsoft benennt Bing Chat in Copilot um. Die allgemeine Verfügbarkeit folgt ab dem 1. Dezember 2023.Quelle: blogs.microsoft.com
- Auf der Google I/O kündigt Google AI Overviews für alle Nutzer in den USA an. Weitere Länder sollen folgen.Quelle: blog.google
- Bing zeigt eine erste Version seiner generativen Suche. Sie erscheint zunächst nur bei einem kleinen Teil der Suchanfragen.Quelle: blogs.bing.com
- OpenAI testet SearchGPT als befristeten Prototyp mit einer kleinen Gruppe von Nutzern und Verlagen.Quelle: openai.com
- AI Overviews starten in mehr als 100 Ländern und Regionen. Google rechnet mit über einer Milliarde Nutzern pro Monat.Quelle: blog.google
- OpenAI führt ChatGPT Search ein, zunächst für zahlende Nutzer und die Warteliste von SearchGPT. Antworten enthalten Links zu den Quellen.Quelle: openai.com
- Google startet Deep Research in Gemini Advanced. Die Funktion recherchiert selbstständig im Web und erstellt einen Bericht.Quelle: blog.google
- ChatGPT Search steht allen angemeldeten Nutzern in den ChatGPT-Regionen offen.Quelle: openai.com
- OpenAI stellt Deep Research in ChatGPT vor, zunächst für Pro-Nutzer.Quelle: openai.com
- ChatGPT Search ist ohne Anmeldung nutzbar, in allen Regionen, in denen es ChatGPT gibt.Quelle: openai.com
- Google stellt den KI-Modus (AI Mode) als Experiment in Search Labs vor. Zuerst erhalten ihn Abonnenten von Google One AI Premium.Quelle: blog.google
- Anthropic ergänzt Claude um eine Websuche mit Quellenangaben. Sie startet als Vorschau für zahlende Nutzer in den USA.Quelle: anthropic.com
- Die „Übersicht mit KI“ startet in Deutschland auf Deutsch und Englisch, zusammen mit weiteren europäischen Ländern. Sie ist für angemeldete Nutzer ab 18 Jahren sichtbar.Quelle: blog.google
- Auf der Google I/O kündigt Google den KI-Modus für alle Nutzer in den USA an, ohne Anmeldung bei Search Labs.Quelle: blog.google
- AI Overviews sind in mehr als 200 Ländern und Regionen und in über 40 Sprachen verfügbar.Quelle: blog.google
- Die Websuche in Claude ist weltweit in allen Tarifen verfügbar.Quelle: anthropic.com
- Daten aus dem KI-Modus fließen in die Gesamtwerte des Leistungsberichts der Search Console ein.Quelle: developers.google.com
- Der KI-Modus startet in Deutschland, Österreich und der Schweiz, als Teil einer Ausweitung auf über 40 neue Länder und Regionen.Quelle: blog.google
- Die Search Console erhält eigene Leistungsberichte für generative KI-Funktionen wie AI Overviews und KI-Modus, zunächst für einen Teil der Websites.Quelle: developers.google.com
- Die Berichte zu generativen KI-Funktionen in der Search Console stehen allen Websites weltweit zur Verfügung.Quelle: developers.google.com
Daten nach Ankündigung des Herausgebers; die Einführung lief oft über Tage oder Wochen. Der englische Google-Blogpost zur Übersicht mit KI in Europa trägt das US-Datum 25. März 2025, der deutsche den 26. März 2025. Stand: .
Beispiel
Ein Nutzer gibt einen Prompt ein, etwa die Bitte um eine kurze Produktbeschreibung. Ein Sprachmodell erzeugt daraus einen neuen Text, der so vorher nicht existierte.
Häufige Fragen
Ist ChatGPT eine generative KI? Ja, ChatGPT erzeugt Text und fällt damit unter die NIST-Definition. Die Einordnung folgt der Definition.
Quellen
- Artificial Intelligence Risk Management Framework: Generative AI Profile (NIST AI 600-1), Juli 2024doi.org
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 3 Nr. 66 und Art. 50 – EUR-Lex (Publications Office)eur-lex.europa.eu
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), Art. 1 Nr. 39 (Art. 111 Abs. 4 neu) – EUR-Lex, geprüft am 7.10.2026eur-lex.europa.eu
- KI-Funktionen und deine Website – Google Search Centraldevelopers.google.com
Stand: